Vertiefte Analyse bei ESG-Produkten immer wichtiger

Von Josipa Markovic, Economist Emerging Markets, und Rishabh Tiwari Credit Portfolio Manager Emerging Markets, beide bei Swiss Life Asset Managers

Bei immer mehr Investitionen spielt die Nachhaltigkeit eine grosse Rolle. Anhand der ESG-Kriterien (Environment, Social & Governance) werden Anlagen entsprechend gefiltert. Gerade in Schwellenländern fehlt es aber oft an Transparenz, was ein selektives Vorgehen nochmals wichtiger macht.

 

Risiken in Schwellenländer senken

Positive ESG-Aspekte sind ein Indiz für die längerfristige Stabilität eines Landes. Schwellenländer weisen in diesem Bereich zwar höhere Risiken auf, bieten aber gleichzeitig auch das grösste Verbesserungspotenzial beim Thema Nachhaltigkeit. Mithilfe bestimmter ESG-Indikatoren können die Risiken plötzlicher Verluste in Schwellenländern, die mit traditionellen ökonomischen Modellen nur schwer vorherzusagen sind, verringert werden.

Beispielsweise sind Länder mit schlechter Performance bei Korruptionsindikatoren eher anfällig für Fehlallokationen von Kapital, und daher auch für eine Verschlechterung ihres Kreditprofils. Denn einige ESG-Indikatoren sind hoch korreliert mit dem Kreditprofil eines Landes. Zudem schnitten im vergangenen Jahr ESG-spezifische Investitionen in Staatsanleihen von Schwellenländern im Vergleich mit dem Gesamtmarkt um 0,5 Prozent besser ab. Dies liefert einen Hinweis auf die Ertragsüberlegenheit solcher Anlagen in einem sehr volatilen Jahr.

 

Mehr Transparenz bei ESG-Bewertungen nötig

Mittlerweile sind die Anlagemöglichkeiten mit nachhaltigem Hintergrund aber sehr vielfältig geworden, die Transparenz bleibt dabei oftmals auf der Strecke. Die Werte einzelner Länder variieren zum Teil sehr stark, je nach berücksichtigter Information und der gewählten Gewichtung bei einzelnen ESG-Datenanbietern. Beispielsweise schneidet Ungarn mit einem Wert von 75/100 bei einem Anbieter deutlich besser ab als bei einem anderen Anbieter, der dem Land nur einen Wert von 59/100 zuweist.

Zudem kann ein guter Gesamt-ESG-Wert auch Schwachpunkte einzelner Sub-Faktoren überdecken. Licht ins Dunkel kann dann ein sogenanntes proprietäres ESG-Modell bringen. Es ermöglicht eine tiefgreifende, über die aggregierte Einstufung hinausgehende Analyse.

Mit hauseigenen Modellen von Swiss Life Asset Managers können zudem ESG-Faktoren entsprechend der eigenen Überzeugung gewichtet werden. Auch lassen Zeitreihendaten Rückschlüsse auf die Verbesserung bzw. den ESG-Trend zu ,so dass nicht nur ein Vergleich zwischen verschiedenen Ländern sondern auch eine Betrachtung eines spezifischen Landes über die Zeit möglich ist.

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