Renten-Kaufkraft in Gold meisseln

Im Anlageportfolio von Pensionskassen hat Gold kaum eine Bedeutung. Ein Fehler, findet Thomas Jacob, Initiant der Goldmünzen-Initiative, und rechnet vor. Um Gold aber als Vermögensklasse zu etablieren, muss der Goldhandel radikal vereinfacht und der rechtliche Rahmen verbessert werden.


Gold spielt heute im Vermögen von Pensionskassen keine Rolle. Zu Unrecht. Für eine sichere Altersvorsorge ist es essenziell, dass Ersparnisse langfristig sicher angelegt werden. Sicherheit ist in unserer Zeit allerdings ein rares Gut. Ersparnisse sind durch die weltweite Schuldenkrise in akuter Gefahr. Und diese ist längst nicht gelöst. Im Gegenteil: Sie stellt für jedes Vorsorgesystem nach wie vor eine massive Bedrohung dar.

Gold als Versicherung gegen Finanzmarktkatastrophen

Es gibt verschiedene Wege, die aus einer Schuldenkrise führen: Eine Inflation zum Beispiel oder der Bankrott. In beiden Fällen aber sind die Sparer die Verlierer, weil das investierte Kapital an Kaufkraft verliert oder abgeschrieben werden muss. Eine weitere Variante der Entschuldung ist die finanzielle Repression – indem die Zinsen über lange Zeit künstlich tief gehalten werden. Aber auch in diesem Szenario werden die Sparer benachteiligt, weil die Ersparnisse real an Kaufkraft verlieren (siehe Studie «QE and ultra-low interest rates: Distributional effects and risks»). Nichtsdestotrotz ist die finanzielle Repression weltweit in vollem Gange. So liegt die Verzinsung sicherer Anlagen auf historisch einmalig tiefem Niveau. 10-jährige Bundesobligationen rentieren heute weniger als 0%.


Gold hingegen ist gegen die erwähnten Gefahren eine Absicherung. Im Gegensatz zu praktisch allen anderen traditionellen Anlagevehikeln (Anleihen, Aktien, Immobilien) hat Gold keine Gegenpartei. Das heisst, dass der Wert des Goldes nicht davon abhängt, ob eine Anleihe zurückbezahlt wird, ob eine Firma Dividenden ausschüttet oder ein Mieter seine Miete bezahlt. Gold unterliegt somit nicht der Gefahr eines Bankrotts. Sein Wert kann auch nicht weginflationiert werden. Gold ist daher eine Versicherung gegen alle möglichen Arten von Unfällen und Katastrophen im Finanzsystem und eignet sich somit gut als Bestandteil der Altersvorsorge.

Diversifikation bringt mehr Kaufkraft in Krisenzeiten

Dazu folgendes Beispiel: Wir haben die nach gesetzlichen Vorgaben angesparten und verzinsten Altersguthaben eines Schweizer Pensionärs 2014 verglichen mit dem Szenario, in dem er während der gesamten Ansparphase 10% der Ersparnisse in unverzinstem physischen Gold investiert hätte. Das Resultat: Der Rentner hätte 2014 nicht nur mehr Kaufkraft zur Verfügung, sondern insbesondere mehr Sicherheit für die Zukunft. Denn wenn die 90% Papiergeldrenten in Zukunft gut verzinst werden, spielt die Kaufkraft der 10% in Gold keine entscheidende Rolle.


Wenn jedoch zu den Nullzinsen in den nächsten Jahren ein paar Prozente Inflation kommen, wird durch diese kalte Enteignung die Kaufkraft der Papierrenten merklich vermindert. Dann kann sich der Goldpreis, wie in anderen grossen Krisen, durchaus vervielfachen.


Gold bleibt in kleinen und grossen Krisen die beste, wenn nicht sogar einzige Möglichkeit, die Kaufkraft der Pensionskassenrenten vor den Risiken im Papiergelduniversum zu schützen. Deshalb sollte Gold Teil der langfristigen Vermögensplanung sein.

Goldmünzen-Initiative vorausgesetzt

Um aber Gold als Vermögensklasse etablieren zu können, müssen wir noch gewisse Grundlagen schaffen. Zu diesem Zweck will das Projekt Goldmünzen-Initiative gesetzliche  Voraussetzungen für einen radikal vereinfachten und rechtlich besser geschützten Goldhandel schaffen. Die Initiative will staatlich normierte private Goldmünzen erlauben und die heutige Steuerbefreiung in der Verfassung sichern. Das wäre ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit in der Altersvorsorge. 

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