Nischenmarkt als Opportunität

von Peter Bezak, Anlagespezialist der Zürich Anlagestiftung

Die negativen Zinsen verschwinden nicht so schnell, wie sich viele Marktteilnehmer erhofft haben. Dies hat die Schweizerische Nationalbank im vergangenen September klar gemacht. Damit bleibt das schwierige Zinsumfeld voraussichtlich für längere Zeit ein wichtiger Treiber von alternativen Anlagerenditen.

Dies gilt auch bei der Suche nach alternativen Kreditfinanzierungen, welche mit Illiquiditätsprämien locken. Anlagen in Private Debt sind so eine Alternative, die in der Schweiz in den letzten Jahren Auftrieb erhalten hat, aber nach wie vor eine Nische darstellt. Gemäss einer jüngst veröffentlichten Studie der Hochschule Luzern beträgt der Markt in der Schweiz derzeit rund 3 Milliarden Schweizer Franken. Zum Vergleich: In Private-Equity-Anlagen halten Schweizer Pensionskassen ein Vermögen von über 14 Milliarden Schweizer Franken.

Private Debt hat viele Segmente

Im Inland ist der Private-Debt-Markt also noch bescheiden. Doch dies dürfte sich ändern, denn auf globaler Ebene ist dieses ausserbörsliche Investment bereits seit einiger Zeit ein wichtiger Teil des Anlage-Universums. Gemäss Daten von Preqin, eine auf Finanzinformationen spezialisierte englische Firma, erreichte das globale Volumen im Jahr 2018 rund 770 Milliarden US-Dollar. Allein im letzten Jahr wurden über 100 Milliarden US-Dollar neues Kapital aufgenommen. Das bedeutet, dass für Institutionelle Anleger aus der Schweiz im Ausland noch viel Raum für Investitionen besteht. Und Preqin-Experten sagen voraus, dass die verwalteten Vermögen in Private Debt auf 1,4 Billionen US-Dollar bis im Jahr 2023 anwachsen dürften.

In Europa hat sich die Anzahl privater Transaktionen im Bereich Corporate Private Debt (auch «Direct Lending») seit 2013 mehr als vervierfacht. Dabei wird die alternative Kreditfinanzierungsform bei vielen unterschiedlichen Branchen beliebter und wird für Unternehmens-, Immobilien- sowie Infrastrukturfinanzierungen eingesetzt. Diese Heterogenität ist für potentielle Geldgeber wie Vorsorgestiftungen eine Herausforderung. Es gilt herauszufinden, welche Investments am besten zur eigenen Philosophie passen.

«Direct Lending» weit verbreitet

Hinzu kommt die beeindruckende Anzahl Anbieter: Allein im Direct Lending-Markt in Europa sind nach einer Studie von Credit Suisse aktuell mehr als 60 Manager aktiv. Entsprechend selektiv ist bei der Wahl von Managern und der von ihnen vorgeschlagenen Investitionsobjekten vorzugehen.

Besonders beliebt innerhalb des Private-Debt-Marktes ist das Sub-Segment «Direct Lending». Im Jahr 2018 nahmen Emittenten so insgesamt 47 Milliarden US-Dollar auf. Das ist fast die Hälfte vom gesamthaft aufgenommenen Private-Debt-Kapital im letzten Jahr. Für Institutionelle Anleger in der Schweiz, die neu in den Bereich investieren möchten, dürfte sich nicht zuletzt ein genauer Blick auf das Segment «Direct Lending» lohnen. 

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