Mit Fortschritt voraus

BVG-Rating Heutige Pensionskassen-Vergleiche bringen kaum Mehrwert. Warum? Weil sie zurück statt vorwärts blicken. Das muss sich ändern. Neue Ansätze machen Hoffnung.

Das Weihnachtslied «Alle Jahre wieder» ist zur Winterzeit ein Stimmungsmacher – es die Zeit für Geschenke. Auch die Sozialversicherungen werden alle paar Jahre mit Reformen beschenkt. Trotzdem verbessert sich die Stimmung nicht: Die Finanzierung der 1. Säule ist nicht sichergestellt und die Umschichtung von Wohlstand weg von den Jungen hin zu den Senioren innerhalb der 2. Säule und in den Krankenversicherungen bleiben Dauerthemen.

Versicherte wollen Nachhaltigkeit
Vor einem Jahr haben wir an dieser Stelle etwas gewünscht: Ein in die Zukunft gerichtetes BVG-Rating, das anders als die etablierten Ratings des Tages-Anzeigers und der Sonntags-Zeitung Entwicklungstrends (z.B. bei der Destinatärsstruktur oder vorprogrammierte Pensionierungsverluste in Folge überhöhter Umwandlungssätze) einbezieht. Wir wünschten uns damals eine echte Entscheidungshilfe für die Stiftungsräte in den Betrieben, aber auch für Pensionskassen. Denn: Die Versicherten wollen ein Nachhaltigkeitsrating, um zu wissen, ob ihre Kasse im Stande ist, in 10 bis 20 Jahren das aktuelle Leistungsversprechen einzuhalten.

Der PK-Fitnessbarometer
Intensive Gespräche mit Versicherungs- und Pensionskassenexperten haben nun gefruchtet. In den nächsten Monaten werden frei zugängliche Gemeinschafts- und Sammelstiftungen im Hinblick auf ihre finanzielle Gesundheit und längerfristige Leistungsfähigkeit getestet. Dazu hat Dr. Büttner & Partner einen innovativen Fitnessbarometer für Pensionskassen entwickelt, der aus vier Dimensionen beziehungsweise Kennzahlen (mit diversen Subkennzahlen) besteht: Finanzielles Polster, Krisenresistenz, substanzielle Stärke und Schlankheit sowie Leistung und Performance.

Intelligentes Skalierungsmodell als Grundlage
Neu dabei ist: Die Gewichtung der einzelnen Faktoren folgt keinem starren Raster, sondern basiert auf einem intelligenten Skalierungsmodell. Intelligent, weil es die spezifische Situation der Kasse mitberücksichtigt. So ist zum Beispiel die Krisenresistenz (Selbstheilungskraft von innen und Sanierbarkeit von aussen) einer Kasse umso wichtiger, und wird im PK-Rating.CH (im Aufbau) entsprechend umso höher gewichtet, je spärlicher das finanzielle Polster beziehungsweise je tiefer der (homogenisierte) Deckungsgrad der Kasse ist.
Wenn wir nun alle Jahre wieder eine ähnliche Innovation einläuten, dann wird sicher auch in der BVG Branche die Stimmung besser. Weiter berichten wir im nächsten Jahr.  Susanne Kapfinger

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