«Hohe Energiepreise belasten Immobilienentwickler»

Im Interview erklärt Philipp Weber, Head Investment Consulting, Mercer Schweiz, inwieweit die Schweizer Immobilienbranche von steigenden Energiepreisen betroffen ist.

Susanne Kapfinger: Was geschieht mit den Renditeimmobilien bei steigenden Hypothekarzinsen?

Philipp Weber: Schweizer Immobilien werden hauptsächlich direkt oder via Anlagestiftung gehalten. In diesem Bereich ist die Fremdfinanzierungsquote meist äusserst gering. Damit sind Pensionskassen nicht direkt von den höheren Finanzierungskosten betroffen. Vom Hypothekarzins abhängig sind jedoch die Mieteinnahmen. Sie werden langfristig steigen. 

 

Was beobachten Sie auf den Transaktionsmärkten?

Ein Teil der potenziellen Käufer von Einfamilienhäusern und Stockwerkeigentum hält sich beim Kauf von Immobilien aufgrund der gestiegenen Hypothekarzinsen und aufgrund der herrschenden Unsicherheit über die weitere Entwicklung aktuell zurück. Auch von Seiten institutioneller Investoren fliesst weniger Geld in Immobilien. Unter anderem, weil bei vielen Investoren aufgrund des Einbruchs bei den liquiden Anlagen die Immobilienquote an der oberen Bandbreite kratzt.

 

Erwarten Sie fallende Immobilienpreise?

Bis anhin gibt es wenig Beispiele von Transaktionen mit deutlich gesunkenen Preisen. Es bleibt abzuwarten wie die Bewertungsspezialisten den Diskontsatz an die neue Situation anpassen werden. Im Vergleich zu den kotierten Märkten dürfte die Bewertungskorrektur jedoch gering ausfallen.

 

Ist die Immobilienbranche von steigenden Energiepreisen betroffen?

Auf das Bestandesportfolio haben Energiekosten keinen Effekt, weil sie vom Mieter getragen werden. Sie erhöhen jedoch die Erstellungskosten der Immobilien. Zusammen mit den gestiegenen Baukosten und Finanzierungskosten stellt dies vor allem Immobilienentwickler aktuell vor Herausforderungen.

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