Infrastruktur punktet auch in steigendem Zinsumfeld

Von Christoph Manser, CFO, und Christoph Gisler, Head Infrastructure Equity, beide bei Swiss Life Asset Managers

 

Die Zinswende naht. Und damit gewinnen auch risikolose Anlagen wie Staatsanleihen wieder an Attraktivität. Allerdings gibt es nach wie vor renditestarke Assets, die in jedes Portfolio gehören.


So punkten Infrastrukturanlagen mit vielen Vorteilen und bieten über einen langen Anlagehorizont attraktive Renditen. Gerade für Pensionskassen sind sie ein echter Zugewinn, zumal der Anteil im Portfolio dank der neuen BVV2-Anlagerichtlinien mittlerweile bis zu 10% betragen darf.


Dieser Spielraum wird auch stark genutzt – die Nachfrage nach entsprechenden Produkten ist gross und der Anteil von Infrastrukturanlagen überschreitet meist deutlich die 5 Prozent-Marke. Der Investitionshorizont den man einplanen sollte, liegt derweil bei 20 bis 25 Jahren, in denen aber auch mit einer durchschnittlichen Rendite von 6 bis 8 Prozent pro Jahr kalkuliert werden darf.


Essentielle Assets bieten viel Stabilität

Ein besonderer Vorteil dieser Anlageform ist die hohe Stabilität der Erträge. Im Fokus stehen nämlich Assets aus den Bereichen Energie, Kommunikation oder Versorgung, welche ein essentielles Gut oder eine essentielle Dienstleistung erbringen. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie hat sich noch einmal gezeigt, wie unentbehrlich beispielsweise Telekommunikationsinfrastruktur für die Gesellschaft ist. Entsprechend haben unter anderem Projekte im Bereich der Glasfasernetze von einer starken Nachfrage profitiert.


Eine hohe Sorgfalt und Preisdisziplin sollte man derweil bei der Auswahl der Investitionsprojekte walten lassen. Der Fokus für Swiss Life Asset Managers liegt daher auf Unternehmen, die bereits sehr lange im Geschäft sind, einen ausgezeichneten Leistungsausweis und ein entsprechend tiefes Risikoprofil aufweisen.


ESG-Kriterien und Inflationsschutz

Ein weiteres Feld, dass in den kommenden Jahren viele Chancen und ein hohes Investitionsvolumen bietet, sind die erneuerbaren Energien. Weltweit richten Regierungen ihr Augenmerk auf den Klimawandel und auch Unternehmen fokussieren sich darauf, ihren CO2-Abdruck zu reduzieren.


In dieser Richtung liegt auch ein weniger offensichtlicher Vorteil von Infrastrukturanlagen: Die Möglichkeit, einen hohen Fokus auf Nachhaltigkeit zu legen. Denn das Portfolio kann nicht nur grüner gestaltet werden, sondern auch die anderen ESG-Kriterien Social und Governance lassen sich sehr gut integrieren. Der Investor kann neben der sorgfältigen Auswahl der Investitionen auch seinen Einfluss auf das jeweilige Unternehmen nutzen, um es nachhaltiger werden zu lassen.


Neben diesem Aspekt bietet diese Assetklasse zudem einen guten Schutz vor Inflation – gerade im aktuellen Umfeld ein Pluspunkt. Denn die meisten Infrastrukturanlagen sind positiv mit der Inflation korreliert. Das führt im aktuellen Umfeld hoher Inflationsraten zu tendenziell steigenden Renditen. Damit ist auch die sich zumindest in den USA andeutende Zinswende kein Grund zur Sorge.


Ganz risikolos geht es natürlich auch bei Infrastruktur nicht. Besonders die hohe Abhängigkeit von der Politik bei Projekten von nationalem Interesse darf nicht vergessen werden. Die entsprechende Regulierung sorgt allerdings auch für eine hohe Stabilität der Erträge.

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