Grün, grüner, Greenwashing

Von Susanne Kapfinger, Redaktionsleiterin AWP Soziale Sicherheit

Nachhaltigkeit ist einer der wichtigsten Trends in der Finanzwelt. Wer daran teilnimmt profitiert, wie eine vom Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) durchgeführte Meinungsumfrage zu den Banken zeigt. 

 

Nachhaltigkeitsfokus stützt Ansehen

Banken engagieren sich vermehrt im Bereich Umweltschutz und ökologische Nachhaltigkeit. So kommunizieren sie es jedenfalls. Das wird wahrgenommen: Brachten 2017 rund 20 Prozent der Befragten die Banken in einen solchen Zusammenhang, waren es 2019 bereits 40 Prozent und 2021 die Mehrheit der Teilnehmenden. Dieser Umschwung in der Wahrnehmung ist dem Bankenimage zuträglich: Drei Viertel der Befragten haben ein positives oder sehr positives Bild der Schweizer Banken – ein neuer Höchststand. Laut Studienautoren lässt sich das zum grossen Teil dem Nachhaltigkeitsfokus zuschreiben. 

 

Zweistellige Wachstumszahlen

Auch andere Finanzakteure sind sich dieses Zusammenhangs bewusst. Der Markt für nachhaltige Anlagen boomt: Anhand der von Swiss Sustainable Finance (SSF) durchgeführten Marktumfrage, bei der Daten zu den Fonds und Mandaten von Vermögensverwaltern sowie intern verwalteten Anlagen von Asset Ownern erhoben wurden, stieg das Volumen der nachhaltigen Anlagen um 31 Prozent auf 1 520,4 Milliarden Franken. Die Zahl muss allerdings relativiert werden: Das Wachstum ist nicht nur auf den vermehrten Einsatz von nachhaltigen Anlageansätzen zurückzuführen, sondern auch auf die positive Marktperformance im Jahr 2020. 

 

Volumen ist nicht alles

Ebenso haben Zuflüsse in bereits bestehende nachhaltige Fonds zum Wachstum beigetragen. Das Volumen der nachhaltigen Fonds macht nun 52 Prozent des gesamten Schweizer Fondsmarkts aus. Somit übertreffen Fonds, die nachhaltige Anlageansätze verfolgen, zum ersten Mal konventionelle Investmentfonds. Dies zeigt: ESG ist in den Finanzmärkten weitgehend integriert. Was die Ergebnisse nicht zeigen, ist die Art und Qualität des gemeldeten Volumens. 

 

Nachhaltig ist nicht gleich nachhaltig. Alle nachhaltigen Anlagen in einen Topf zu werfen ist, als ob man Äpfel mit Birnen vergleichen würde und es birgt die Gefahr, dass sich gewisse Finanzakteure nachhaltiger darstellen, als sie es tatsächlich sind. In der Bankenumfrage haben die Befragten denn auch Vorbehalte geäussert, ob sich die Banken ernsthaft im Bereich der Nachhaltigkeit engagieren. Dahingehend enttäuschte Kunden würden dem jüngst aufpolierten Bankenimage abträglich sein. Es liegt daher im Interesse der Akteure, für Transparenz zu sorgen, und Greenwashing zu entlarven. 

 

Labels gewinnen an Bedeutung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten mehr Transparenz herzustellen. Zum einen können unabhängige Zertifizierungen Auskunft über die Qualität der Nachhaltigkeit geben. Laut SSF ist rund ein Drittel der als nachhaltig gemeldeten Anlagen in der Schweiz mit einem zertifizierten Label einer Drittpartei versehen – Tendenz steigend. Verwendete Labels sind etwa FNG-Siegel, GRESB, Label ISR oder LuxFlag. 

 

Zum anderen können rechtliche Entwicklungen Transparenz schaffen – die Öffentlichkeit fordert es. Denn Anleger wollen wissen, welche Risiken im Portfolio reduziert werden, und ob die eingesetzten Gelder auf die reale Welt positiv wirken. Dazu fehlen ihnen jedoch Daten. Das könnte die Offenlegungsverordnung zu nachhaltigen Finanzen der EU, die seit März für Finanzdienstleister gilt, ändern. Davon profitiert auch die Schweiz: hierzulande liegen viele luxemburgische und irische Fonds in den Depots. Die Finanzmarktaufsicht Finma führt ähnliche Offenlegungspflichten ab Juli ein – vorerst nur für die grössten Banken und Versicherungen. 

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