«Anlage Aktuell»: Wertewandel bei alternativen Risikoprämien

Von Peter Bezak, Anlageexperte, Zurich Invest AG

Im anhaltend herausfordernden Marktumfeld sind alternative Anlagelösungen mehr denn je gefragt und notwendig. Innovative Lösungen, die Zugang zu Alternativen Risikoprämien ermöglichen, gewinnen gegenüber traditionellen Anlagen an Popularität, da sie mehr Möglichkeiten zur Diversifizierung bieten.

Gestiegene Anforderungen
In den vergangenen Jahren hat sich die Anlagewelt gewandelt. Die Qualitätsansprüche der institutionellen Investoren sind vielfältiger geworden. Sie möchten nicht mehr nur attraktive Renditen bei gleichzeitig möglichst tiefem Risiko. Sie fordern eine hohe Transparenz und tiefe Preise ein und wünschen, dass alternative Strategien wenig mit traditionellen Anlageklassen korrelieren. Hinzu kommt, dass der Gesetzesgeber – teilweise auf Druck der Investoren – in den meisten Staaten die regulatorischen Ansprüche erhöht hat.

Differenzierte Betrachtung
Die jüngste Entwicklung im Bereich Alternativer Strategien hat sich von einer traditionellen, allein zwischen Alpha und Beta trennenden Denkweise zu einer mehrschichtigen Aufteilung gewandelt. Bei Alpha kommt den Fähigkeiten des Managers bei der Wertpapierauswahl eine ausschlaggebende Bedeutung zu, bei Beta stehen die Marktbewegungen im Mittelpunkt. Das gegenwärtige Anlageuniversum unterscheidet zwischen traditionellen Risikoprämien (Market Beta), alternativen Risikoprämien, Hedge-Prämien und Alpha, wobei Gebühren, Liquidität und Kapazitäten innerhalb dieser Segmente variieren. Diese Aufteilung ermöglicht es den Anbietern, viel präziser auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden einzugehen.

Ausgeprägte Kenntnisse
Alternative Risikoprämien erbringen durch systematische und regelbasierte Verfahren positive Renditen auf lange Sicht. Dank dem Einsatz von alternativen Techniken wie Leerverkäufe, Leverage und Derivate, sind sie nicht mit der Entwicklung der zugrundeliegenden Märkte korreliert. Die Strategien mit Hedge-Prämien sind zwar ebenso kostengünstig und liquid, weisen aber Eintrittshürden auf, weil ihre Umsetzung eine aktive Vorgehensweise und Kenntnisse wie Markt-Timing erfordern. Die Eintrittshürden sind je nach Strategie anders beschaffen und verändern sich im Laufe der Zeit. Die Anleger benötigen daher ausgeprägte Analyse-Kenntnisse. Alternative Risikoprämien und Hedge-Prämien werden unter dem Begriff Alternative Beta zusammengefasst.

Flexible Anlageziele
Für Investoren ohne Erfahrung in alternativen Strategien bietet Alternative Beta eine gute Einstiegsmöglichkeit, das Portfolio zu diversifizieren, ohne dabei Kompromisse bei der Liquidität machen zu müssen. Für Anleger, die bereits in alternative Strategien investiert sind, kann der Einsatz von Alternative Beta teurere Alpha-Strategien kostengünstig ersetzen oder ergänzen. Das bringt dem Portfolio die nötige Liquidität sowie Stabilität, während die Kosten tief bleiben.

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