«Anlage Aktuell»: Bei Infrastruktur sind Co-Investments gefragt

Von Peter Bezak, Director Communications und RfP bei der Zurich Invest AG

Inmitten eines Booms bieten derzeit Co-Investments in private Infrastrukturen den breitesten Zugang und das aussichtsreichste Rendite-Potenzial.

 

Infrastrukturanlagen im Trend

Investitionen in Infrastruktur erleben momentan einen Aufstieg wie aus dem Lehrbuch. Sendemasten, Versorgungsnetze, Produktionsanlagen zum Beispiel von Holzpellets und vieles mehr: die Nachfrage nach Infrastruktur steigt und steigt, in der ganzen Welt. Schweizer Pensionskassen halten Infrastrukturanlagen erstmals in der Höhe von rund 10 Milliarden Schweizer Franken. Laut Bundesamt für Statistik haben sich zwischen 2014 und 2019 die Vermögensanlagen in Infrastrukturen verfünffacht. Weltweit ist das verwaltete Infrastruktur-Vermögen in den vergangenen zehn Jahren auf rund 639 Milliarden US-Dollar stark gestiegen. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Preqin, ein führender Anbieter von Finanzdaten, Analysen und Marktinformationen für alternative Vermögenswerte, erwartet, dass Infrastruktur mit einer jährlichen Wachstumsrate von 4,5% in den nächsten fünf Jahren wachsen wird. Die prognostizierte Wachstumsrate signalisiert damit eine stabile Nachfrage. Erklären lässt sich dieser Anstieg mit dem langanhaltenden Tiefzinsumfeld, den volatilen Börsen, und der Tatsache, dass Infrastrukturanlagen vergleichsweise wenig mit den traditionellen Finanzmärkten korrelieren.

Vorteile mit Co-Investitionen

Direktinvestitionen gibt es genügend und bieten ein Engagement auf einer Reihe von Merkmalen, darunter die Risiko-Rendite-Orientierung, die regionale Ausrichtung und die Anlageklasse. Der Preis für Direktinvestitionen ist eine typischerweise höhere Gesamtgebühr, eine längere J-Kurve, eine grössere Vermögenskonzentration und letztlich ein höheres Verlustpotential. Sekundärinvestitionsprogramme sind im Infrastrukturumfeld in den letzten zehn Jahren stark gewachsen. Ihr Hauptvorteil besteht darin, dass ein Grossteil des Blind-Pool-Risikos entfällt – also das Risiko, bei dem zum Zeitpunkt der Anlageentscheidung noch keine konkrete Anlageobjekte feststehen. Sekundärfonds sind jedoch mit Herausforderungen wie beispielsweise Gebührenschichtung verbunden: Sowohl der Sekundärfonds als auch die zugrundeliegenden Fondsmanager ziehen in der Regel Gebühren ab. Mit Co-Investitionen kann ohne zusätzliche Kosten gezielter diversifiziert werden als über Direktinvestitionsprogramme oder auch Fonds. Unserer Ansicht nach bieten Co-Investment-Programme den Anlegern die Vorteile der beschriebenen Methoden. Gleichzeitig mindern sie viele der verbundenen Risiken und Herausforderungen. Zum Beispiel die abgeschwächte J-Kurve: Die anfängliche Abwärtsbewegung der J-Kurve kann unter anderem durch den gezielten Einsatz von Co-Investments reduziert werden. Die J-Kurve bezeichnet den anfangs negativen Rendite- und Liquiditätsverlauf aufgrund von Investitionen, Gebühren und Ausgaben. Daraus entwickelt sich nach ein paar Jahren ein positiver Rendite- und Cashflow-Trend. Obwohl jeder Implementierungsansatz seine Vorteile hat, ist im aktuellen Marktumfeld ein Infrastrukturprogramm am vorteilhaftesten, das durch Co-Investitionen umgesetzt wird.

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