«Anlage Aktuell»: Wie Sie in Pandemiezeiten die Manager am besten überwachen und auswählen

Von Peter Bezak, Anlageexperte, Zurich Invest AG

Die Massnahmen zur Eindämmung von COVID-19 erschweren Institutionellen Anlegern die Auswahl der richtigen externen Vermögensverwalter. Videokonferenzen können zwar helfen, den Austausch aufrecht zu erhalten und allenfalls auch kritische Dialoge zu führen. Um die Firmenkultur neuer Anbieter kennen zu lernen und abschätzen zu können, ob diese zu den eigenen Werten passt, werden physische Treffen auch künftig bleiben.

Videoanrufe als effektive Ergänzung

Kaum eine Technologie konnte sich dank Covid-19 derart stark verbreiten wie jene der Video-Calls. Natürlich nutzten einige Firmen digitale Konferenzen schon früher. Mit dem Auftreten der Pandemie wurden sie aber schlagartig bei einer Vielzahl von Firmen zum Standard. Den Anleger bieten die entsprechenden Tools in Zeiten starker Einschränkungen die Möglichkeit, überhaupt über einen blossen Anruf hinaus in Kontakt mit Managern zu bleiben. Auch nach dem erhofften Ende der Pandemie werden Video-Calls institutionellen Anlegern verschiedene Vorteile bieten: Während früher bei den meisten Standortbesuchen gewisse Kompromisse eingegangen werden mussten, erleichtert es die Digitalisierung künftig, mit allen wichtigen Personen gleichzeitig ein Gespräch zu führen. Vorbei dürften die Zeiten sein, an denen wichtige Personen an einem anderen Ort weilen und deshalb nicht teilnehmen konnten. Auch wenn Video-Calls physische Treffen nie voll ersetzen werden, sind sie doch besser geeignet für einen vertieften und allenfalls auch kritischen Austausch als reine Anrufe, bei denen jegliche nonverbale Kommunikation fehlt.

Evaluierung kultureller Aspekte

Insbesondere bei der Auswahl von neuen Anbietern dürfte die Begegnung mit Menschen künftig aber unerlässlich bleiben. Denn in Gesprächen mit Managern im selben Raum können institutionelle Anleger die Dynamik der Diskussion und die Interaktion der verschiedenen Personen viel besser beobachten, und so auch weichere Aspekte wie die Kultur beurteilen. Diese ist bei der richtigen Auswahl des Anbieters besonders wichtig. Da institutionelle Anleger in der Regel langfristige Beziehungen zu den Managern aufbauen möchten, braucht es eine gute kulturelle Übereinstimmung mit ihnen. Ob eine solche vorliegt, ist per Video nur schwer zu beurteilen. Insbesondere fehlt der informelle Austausch in der Kaffee-Ecke oder bei einem Bier in einer Bar. Durch Besuche vor Ort erhält der Anleger hingegen einen verlässlichen Eindruck von der Kultur, Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb einer Firma.

Manager aktiv beobachten

Die längerfristigen Vorteile der Digitalisierung werden also vor allem in der Überwachung externer Vermögensverwalter liegen. Der Umstand, dass der Anleger die zu überwachende Organisation bereits persönlich kennt, wird dabei hilfreich sein. Dank Videokonferenzen können sie spezifische Themen mit Portfoliomanagern und Analysten einfacher und effizienter diskutieren. Wenn die Beschränkungen dereinst vorüber sind, heisst dies nicht, dass Investoren nie wieder persönlich bei Managern auf Tuchfühlung gehen werden. Persönliche Treffen sind und bleiben wichtig, um die Guthaben der versicherten in der Zweiten Säule möglichst gut anlegen zu können. 

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