Nachhaltigkeit und Rentabilität: Klimaneutraler Betrieb von Immobilien bis 2050
Immobilienportfolios, in denen alle Liegenschaften bis 2050 klimaneutral betrieben werden, ohne die Renditeerwartungen der Investorinnen und Investoren zu vernachlässigen – das ist die Ambition des Asset Managements der Zürcher Kantonalbank. Ein systematisches Energie- und CO2-Monitoring sowie gezielte Investitionen in CO2-reduzierende Massnahmen sollen dies ermöglichen.
Der Immobiliensektor emittiert rund 25 Prozent der gesamten Treibhausgase in der Schweiz. Der Bund betrachtet daher Treibhausgaseinsparungen im Gebäudepark als zentrales Element bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050. Demnach soll die Schweiz bis 2050 nicht mehr Treibhausgase ausstossen als natürliche und technische Speicher aufnehmen können (Netto-Null-Emissionen).
Vor diesem Hintergrund hat die Asset-Management-Einheit der Zürcher Kantonalbank klar definiert: Spätestens bis 2050 sollen der Betrieb der Liegenschaften in den von ihr betreuten Immobilienportfolios klimaneutral betrieben und gleichzeitig den finanziellen Erwartungen der Anlegerinnen und Anleger gerecht werden. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Vorsorgeinstitute, die auf eine konstante und marktgerechte Rendite zur Sicherung der Rentenversprechen angewiesen sind. Um dies zu erreichen, wurden portfoliospezifische CO2-Absenkpfade erstellt, die sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte berücksichtigen und integral in die Investitionsplanung einfliessen.

«Nachhaltig betriebene Immobilien generieren Mehrwerte auf diversen Ebenen»
Martin Bernhard, Real Estate Asset Management, Zürcher Kantonalbank
Systematisches Messen als Grundlage
Verlässliche Daten über den aktuellen Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen der Liegenschaften bilden die Grundlage für eine effektive CO2-Reduktionsstrategie. Das Asset Management der Zürcher Kantonalbank hat in den vergangenen Jahren ein Energie- und CO2-Monitoring für die Liegenschaften und Portfolios aufgebaut. Die Flächen-, Energie- und Verbrauchsdaten (Heizenergie, Strom, Treibhausgasemissionen und Wasser) werden systematisch manuell oder automatisiert gemessen, in einem Energiemanagementsystem erfasst und pro Immobilienportfolio aggregiert ausgewiesen. Eine unabhängige Drittpartei validiert die Datenqualität. In den drei Immobilienanlageprodukten von Swisscanto konnten die jährlichen Treibhausgasemissionen zwischen 2016 und 2023 bereits um rund 2‘500 Tonnen bzw. 11 Prozent gesenkt werden. Die durchschnittliche Emissionsintensität reduzierte sich in diesem Zeitraum sogar um knapp 16 Prozent von 14,7 auf 12,4 kg CO2/m².
Co2e-Absenkpfad für die Anlagegruppe «Swisscanto AST Immobilien Responsible Schweiz»

Bis 2050 wird der CO2e-Ausstoss gemäss dem definierten Absenkpfad auf Netto-Null gesenkt. Dazu werden insbesondere Heizöl- und Erdgasheizungen durch nachhaltige Energiequellen ersetzt. / Quelle: Zürcher Kantonalbank
Priorisierung von Massnahmen
Im Kern orientiert sich das Immobilienteam innerhalb des Asset Managements der Zürcher Kantonalbank an zwei Fragen: Sind die Investitionen in Reduktionsmassnahmen aus einer Kosten-Nutzen-Sicht zielführend und entsprechen die Massnahmen auch der Liegenschaftsstrategie? Bei der Kosten-Nutzen-Analyse liegt der Fokus auf den Vermeidungskosten. Konkret: Was kostet eine Massnahme, um bei einer bestimmten Liegenschaft eine Tonne CO2 pro Jahr einzusparen? In der Regel werden CO2-Reduktionsmassnahmen bei gut gelegenen Liegenschaften mit niedrigen Vermeidungskosten vorgezogen. Nach hinten priorisiert werden z.B. Liegenschaften an Standorten, die zukünftig ans Fernwärmenetz angeschlossen werden oder bei denen mittelfristig ein Ersatzneubau geplant ist.
Absenkpfad als Steuerungstool
Die einzelnen Massnahmen werden pro Liegenschaftsportfolio aggregiert und zeitlich optimiert, um die Aktivitäten sowohl finanziell als auch personell bestmöglich zu staffeln. Diese Steuerung erleichtert es, die Reduktionsziele unter Berücksichtigung der Renditeerwartungen der Anlegerinnen und Anleger zu verfolgen.

