«Es kommt spürbar Bewegung»

Die Zugänge zu Vorsorgedaten sollen durch Initiativen wie «Open Finance» interoperabel werden. Aber auch kleinere Digitalisierungsprojekte weisen den Weg, sagt Nico Fiore, Geschäftsführer des Pensioskassenverbands Inter-pension.

 

Wie weit sind Sozialversicherungen bei der Digitalisierung?

In den letzten Monaten ist spürbar Bewegung in das Thema gekommen. Die erste Säule wird mit dem neuen Bundesgesetz über Informationssysteme in den Sozialversicherungen – kurz BISS – faktisch zur Digitalisierung angehalten. Ebenso wurde die e-ID von der Stimmbevölkerung angenommen und auch das Parlament hat mit der Motion Ettlin ein Signal gesetzt: Künftig sollen Anbieter aller drei Vorsorgesäulen den Versicherten einen digitalen, interoperablen Zugang zu ihren Vorsorgedaten ermöglichen.

 

Wie reagiert die 2. Säule darauf?

Hier laufen parallel dazu Initiativen wie «Open Finance», die auf Standardisierung und digitale Schnittstellen abzielen. Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) steht dazu regelmässig im Austausch mit den Pensionskassenverbänden und überprüft den Fortschritt. Die Richtung ist eindeutig: Unsere Branche muss selbst Impulse setzen. 

 

Welche Fortschritte gibt es bei Inter-pension?

Zahlreiche Studien zeigen, dass das Vorsorgewissen in der Bevölkerung nach wie vor begrenzt ist. Genau hier setzen wir an – mit einem niederschwelligen digitalen Angebot, das erklärt, einordnet und damit Verständnis für die berufliche Vorsorge schafft und das Interesse weckt. Dazu haben wir die Web-Applikation «PensionScan» entwickelt. 

 

Wer finanziert das Projekt?

Die Finanzierung erfolgt vollständig durch Inter-pension. Der Verband übernimmt die Entwicklungs- und Betriebskosten. 

 

Was sind die technischen Voraussetzungen? 

Die Nutzung von Pensionscan setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung einen digitalen Vorsorgeausweis zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um eine kompakte Version des regulären Vorsorgeausweises, die am Ende einen QR-Code enthält. Der QR-Code ist der technische Schlüssel: Er wird mit Pensionscan gescannt und ermöglicht es der Web-App, die darin enthaltenen Vorsorgedaten strukturiert auszulesen und in verständlicher Sprache zu erklären. 

 

Was sind die Nutzungsbedingungen?

Für die Vorsorgeeinrichtungen entstehen keine Lizenz- oder Nutzungskosten. Der einzige Aufwand liegt in der Kommunikation gegenüber den Versicherten, um auf das Angebot hinzuweisen. Das Angebot ist auch nicht auf Verbandsmitglieder beschränkt.