«Es braucht unabhängige Referentinnen und Referenten»

Susanne Kapfinger: Wie entwickelt sich das Weiterbildungsangebot in der beruflichen Vorsorge?
Lukas Müller-Brunner, Direktor des Pensionskassenverbands ASIP: Dem Stiftungsrat einer Vorsorgeeinrichtung kommt eine tragende Rolle zu, für die er das erforderliche Knowhow haben muss. Deshalb untersteht er auch der gesetzlichen Aus- und Weiterbildungspflicht. Allerdings stellt der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP fest, dass nicht sämtliche Veranstaltungen im Bereich der 2. Säule dem erforderlichen Anspruch genügen.
Was läuft schief?
Es werden immer wieder Veranstaltungen angeboten, die zwar als Weiterbildung ausgeschrieben werden, tatsächlich aber eher einen Marketing-Charakter aufweisen und den Veranstaltern auch als Verkaufsplattform dienen. Für Mitglieder des obersten Organs ist es nicht immer einfach, in diesem Wirrwarr den Durchblick zu behalten.
Was lässt sich dagegen tun?
Der ASIP wird diesen Herbst ein Weiterbildungsprogramm veröffentlichen und seine Mitglieder aktiv dabei unterstützen, geeignete Angebote herauszufiltern. Wir führen die genannten Veranstaltungen zwar nicht selber durch, arbeiten aber mit ausgewählten Fachorganisationen zusammen. Dabei achten wir darauf, dass sowohl bei der Themensetzung als auch bei der Auswahl der Referentinnen und Referenten die Unabhängigkeit gewahrt bleibt und die kritische Debatte nicht zu kurz kommt.
Sie planen also eine weisse anstatt eine schwarze Liste zu führen?
Selbstverständlich können die Anforderungen an aktuelle Themen sowie umfassende Einordnung auch andere Veranstaltungen erfüllen, die im ASIP-Programm nicht aufgeführt werden – wie etwa die Informationsveranstaltungen der regionalen Aufsichtsbehörden.

