Dynamic Allocation: Flexibilität für institutionelle Portfolios

Von Marko Dukic, Senior Product Specialist Multi Asset & Equity, und Lily Li, Senior Portfolio Manager, Swiss Life Asset Managers

Schweizer Pensionskassen verpassen Chancen – denn sie schöpfen das Potenzial alternativer Anlagen nicht aus. Obwohl regulatorisch bis zu 15 Prozent möglich wären, investieren sie laut der Pensionskassenstudie 2025 von Swisscanto im Schnitt gerade mal fünf Prozent. Gleichzeitig zeigt die Vergangenheit: Kassen mit einem höheren Anteil an alternativen Anlagen erzielen deutlich bessere Renditen. 

 

Im aktuellen Umfeld erneut sehr niedriger Zinsen bleiben Schweizer Staats- und Unternehmensanleihen hinsichtlich ihrer Rendite wenig attraktiv. Anleger, die höhere Ertragschancen suchen, müssen traditionell entweder ein höheres Kreditrisiko eingehen oder verstärkt auf weniger liquide Anlagen wie Privatmärkte ausweichen. Eine Möglichkeit bietet jedoch Dynamic Allocation: Sie ermöglicht, das Renditepotenzial zu steigern, ohne das Risiko übermässig zu erhöhen, zeichnet sich durch eine geringe Korrelation zu klassischen Anlageklassen aus und bleibt gleichzeitig täglich liquide. Für Investoren mit mittel- bis langfristigem Anlagehorizont bietet Dynamic Allocation – die kontinuierliche Anpassung des Portfolios an Markttrends – eine sicherheitsorientierte Strategie, die Stabilität und Renditepotenzial verbindet. 

 

Auf Volatilität mit Flexibilität reagieren 

Das Prinzip ist so simpel wie effektiv: In Aufwärtstrends investieren, bei einem Abwärtstrend die Positionen reduzieren. Wird die Trendstrategie über verschiedene Anlageklassen hinweg angewendet und das Portfolio regelmässig neu gewichtet, entsteht eine hohe Diversifikation. Die flexible Anpassung der Positionen trägt so zu einer stabilen Wertentwicklung bei – und ist dabei insbesondere in bewegten Marktphasen renditestark.

 

Angesichts der anhaltend hohen Volatilität durch die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre rückt Dynamic Allocation in den Fokus von Investoren. Insbesondere, weil Aktien und Anleihen in den vergangenen Inflationsphasen gemeinsam an Wert verloren und ihre traditionelle Rolle als stabilisierende Kombination nicht mehr zuverlässig erfüllt haben.

 

Trends aufnehmen statt ihnen nachjagen

Ein Beispiel für die Umsetzung einer solchen Trendstrategie ist der Swiss Life Flex Funds (CH) - Dynamic Allocation (CHF hedged). Seit 20 Jahren entwickelt sich der Fonds bemerkenswert stabil und erzielte seit Jahresbeginn bis Ende Februar eine Rendite von 4,41 %, während Schweizer Anleihen (SBI AAA-BBB TR) 1,40 % und Globale Aktien 1,52 % (MSCI World 100 % Hedged to CHF Net TR) erwirtschafteten. 

 

Der Ansatz: die flexible Kombination verschiedener Anlageklassen – von Aktien über Staatsanleihen bis hin zu Rohstoffen. Ziel dabei ist nicht, kurzfristigen Marktbewegungen hinterherzujagen, sondern stabile Trends zu nutzen. 

Die Identifikation von Trends erfolgt systematisch und nach einem proprietären Ansatz. Dafür analysiert das System gleitende Durchschnittswerte der Preisentwicklung einer Vielzahl von Anlagen über unterschiedliche Zeiträume. So werden Investitionen in Eintagsfliegen verhindert und starke Trends abgepasst. 

 

Potenzial alternativer Anlagen nutzen

Um Transaktionskosten gering zu halten, setzt der Fonds hauptsächlich auf Futures. Diese sehr liquiden Terminkontrakte reduzieren Transaktionskosten und erlauben es, auch von rückläufigen Märkten zu profitieren. Zudem ist der Fonds währungsgesichert in Schweizer Franken. Um Trends über alle Anlageklassen hinweg nutzen zu können, wird das Risiko nicht wie bei statischen Anlagestrategien primär über starre Allokationslimiten gesteuert, sondern über ein definiertes Volatilitätsband und durch Trendentwicklungen. Gleichzeitig verhindert die Einhaltung der BVV2-Vorgaben, dass Konzentrationsrisiken entstehen.

 

Zusätzliche Sicherheit entsteht durch die Beimischung von Rohstoffen und Gold via ETFs – ein Vorteil für Pensionskassen, die ihren Rohstoffanteil unkompliziert erhöhen möchten.

Gerade weil die klassische Kombination aus Aktien und Anleihen zunehmend an Stabilitätskraft verliert, gewinnen solche flexiblen Allokationsstrategien künftig an Bedeutung. Sie könnten sich zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für institutionelle Portfolios entwickeln.